Man wandelt nur das, was man annimmt


Liebe-r* Reader

Am Ende zählen nur drei Dinge: Wie gut haben wir gelebt. Wie gut haben wir geliebt. Wie gut haben wir loslassen gelernt.
Jack Kornfield

Wie geht es Dir in diesen herbstlichen Tagen? Packt Dich auch die Mischung aus Ruhe und Melancholie und die Faszination der Natur und wie sie sich verändert?

Loslassen, der Herbst macht es einem echt vor, oder? Die Blätter fallen in Scharen, die Kastanien beginnen und alles andere folgt, der süße Geruch und das Gefühl des Sommers weichen, und plötzlich ist da eine andere Klarheit. Die Seen erholen sich vom Sonnenmilchfilm und bauen sich um, die Luft scheint sich komplett zu erneuern, die Natur bereitet sich vor auf Ruheprozesse. Wie nach einem schönen Fest komme ich fast nicht hinterher, mich von dem aufgeregten Füllegefühl zu verabschieden. Es bedarf der Fähigkeit, loszulassen, sich dem Neuen hinzugeben, die Ruhe wertzuschätzen, den Umbauprozessen Zeit zu geben und das Neue noch weit weg zu wissen.

Im Yoga sagen wir: In Vorbeugen üben wir das Loslassen, in gehaltenen Asanas (Posen) das Innehalten und Dasein und in Rückbeugen das Neue reinzulassen. Die Fähigkeit braucht es immer wieder: loslassen, innehalten, sich Neuem öffnen.

Oft ist – wenn uns Herausforderungen begegnen – irgendwann die Herausforderung nicht mehr das Problem, sondern unser Festhalten an einem Zustand, der vorher war. Wir wollen den Prozess nicht mitgehen, wie er passiert. Wir steigen aus dem Zug aus, der längst fährt, und verheddern uns, weil wir in diesem Dreiklang Loslassen – Innehalten – Neubeginnen nicht mehr wissen, an welcher Stelle wir sind.

Im Singen können wir üben.

Ich lasse los und bin bei mir selbst zu Hause (W. Bossinger)

singen wir zum Beispiel. Oder wir lockern uns und trampeln und lösen die alten Schlacken. Wir halten inne und begeben uns da rein, weil wir im Klang getragen sind. Wir schauen schon mal um die Ecke, was als Nächstes kommen kann, oder bekommen eine leise Ahnung, wie wir es uns wünschen würden.

Wir trauen uns, zu trauern, über das, was wir loslassen müssen und wollen – denn ohne diese Trauer ist es gar nicht möglich, dass es weitergeht.

Wir kommen an in der Ruhe, ohne gleich weiterzumüssen, weil uns das Singen in einen Raum schickt, in dem nichts passieren muss.

Wir öffnen uns neuen Richtungen und wundern uns manchmal selber, dass die sich anders anfühlen als gedacht, weil wir sie nicht mit unserem Kopf ausgedacht haben, sondern sie organisch entstehen, wenn die Zeit dafür ist.

„Dwelling in the present moment I know this is the only moment

Breathing in, I calm body and mind. Breathing out, I smile, I smile.“ (Song/unbekannt)

Wie immer freue ich mich, mit Euch im Moment anzukommen.

Kordula Voss (sie/ihr)
Dipl.Musiktherapeutin

Weiterbildung/ Singleitung (singende Krankenhäuser)

Gestalttherapeutin

Yogalehrerin
www.Klang-Hafen.de

info@klang-hafen.de
Bitte teile mir gerne mit, mit welchem Pronomen Du angesprochen werden willst

Kommende Veranstaltungen

Alle Informationen zu laufenden, regelmässigen Singgruppen findest du hier

21.11. 2025 12:00 – 18:30 Uhr Informations-und Erlebnistag für Krebsbetroffene und Interessierte
Diagnose Krebs – Habe ich etwas falsch gemacht? Zwischen Schuldgefühlen, Optimierungsdruck und Selbstwirksamkeit

Stadtretreats (Wochendseminare über zwei Tage)

1/2.11.2025 Singen und Freiheit (mit Miriam Eisen) (ausgebucht, nur noch Wartelistenplätze)

28/29.3.2026 Mantren, chants and connected hearts (mich Michael und Katja Böhm) (infos folgen)

14/15.11.2026 Vom Jodeln, Juchzen und der grossen Natur (mit Dorothea Heckelsmüller) (infos folgen)

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