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Liebe_r* Reader „Glattes Eis, ein Paradies für den, der gut zu tanzen weiß.“ (Friedrich Nietzsche) Das stimmt wohl. Ganz Berlin sieht man gerade übers Eis tanzen, in anderen Teilen Deutschlands sieht es wohl nicht anders aus (wird aber vielleicht besser gestreut..). Naja, und wenn man ehrlich ist: Wie tanzen fühlt es sich nicht an. Eher wie vorsichtiges rumtasten, schleichen, ausloten, prüfen, hinken, ausweichen, testen, abwägen. Der Winter zwingt einem eine Langsamkeit auf, mit der ich immer mal wieder auch hadere. „Der Winter zähmt Mensch und Tier.“ (William Shakespeare) Ich glaube nur, die Tiere können das besser, weil sie nicht versuchen, aus dem Winter einen Sommer zu machen. Weil sie wissen, dass sie ruhen müssen und Winterschlaf halten, weil sie wissen, dass sie von den Vorräten und Fettpolstern leben müssen, die sie im Sommer angesammelt haben. Sie wissen, dass der Winter andere Rhythmen erfordert und Gewohnheiten, ein anderes Zusammenhalten und Kräfte schonen. Sie wissen: der Winter ist die Zeit des Rückzugs von der Welt, der maximalen Ausnutzung knapper Recourcen. Er lebt von Effizienz und Unsichtbarwerdung- und genau dort findet Verwandlung statt. Wenn ich aufhöre, mit dem Winter (und im übertragenen Sinne mit allen ruhigen, zurückgezogenen, energieloseren/zielloseren Zeiten in meinem Leben) zu hadern, dann finde ich ein bisschen Frieden. Dann kann ich sehen, dass der Winter uns Zeit schenkt. Dass er etwas Alchemistisches hat, eine transformative Kraft, in der wir uns vielen inneren Prozessen widmen können, uns in die Fragen hineinfallen lassen können im Vertrauen, dass es ein Erwachen daraus gibt. Der Winter ist Umwälzung und Veränderung im Verborgenen. Weniger die, die wir anstreben und erzwingen, weniger der Strudel und das klare "ja" zu etwas, sie passiert während wir schlafen und rutschen und tasten und frösteln und die langen Töne aushalten. „Hinter jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier jeder Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.“ (Khalil Gibran) Im Winter ist man nur weniger Schritte von der Dunkelheit entfernt. Und doch: mitten im Winter fängt das Rotkehlchen an, zu singen. Während die meisten anderen Vögel durch Abwesenheit glänzen, singen es selbst in den dunkelsten Monaten. Das Singen – finde ich – verbindet uns mit so vielem. Es schafft die Resonanz mit dem, was um uns rum ist. Es bringt uns in diese Ruhe rein, in dieses Annehmen aller Introvertiertheit und Innehalten der Welt. Gleichzeitig bringt es uns auch ein Stück nach draußen, wir machen uns wieder relevant für die Welt, verbinden uns mit Anderen; wir erheben unsere Stimme und können in eine Wärme rein gleiten, die jenseits dessen ist, was draußen passiert, ohne es verändern zu müssen. Wir können uns verbinden mit der Dunkelheit UND dem Licht, der Kälte UND der Wärme, dem Mit- uns- sein UND der Verbindung, dem Körper UND unserem Geist, dem Mühsamen UND dem Leichten. Wir müssen nicht zielgerichtet ins neue Jahr gehen, wir können erstmal da sein, wo wir jetzt sind; atmen, frieren, stehen bleiben, der alchemistischen Kraft der Veränderung vertrauen, alles sich absenken lassen, wie der Schnee, der auf die Erde fällt. „Hier sein, so wie ich bin, hier sein mit allem, was ist, hier sein und atmend, ein und aus, ich atme und bin lebendig und hab ein Lächeln für mich und die Welt, wie sie auch sei, hier und jetzt bin ich frei.“ (Lied, Daniela Sauter de Beltré) Wer sich tanzend auf die Straße traut, sei eingeladen in unseren singenden Raum, ansonsten gibt es auch immer die Möglichkeit des Online-Dazuschaltens.
Zur Vorfreude auf den Frühling: Unser nächstes Stadtretreat (28./29.3.) und Wochenendseminar naht, mit Michael und Katja Böhm aus Ulm. Melodien, Mantren und connected hearts, wann wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir! Wir haben dieses Mal einen Raum in Schöneberg. Der Frühbucherrabatt endet am 14.2.2026.
Ich freue mich auf Euch! Dipl.Musiktherapeutin Weiterbildung/ Singleitung (singende Krankenhäuser) Gestalttherapeutin Yogalehrerin Dieser Newsletter ist zu deiner Information, Mitschwingen und Freude gedacht. Wenn er dazu nicht dient, melde Dich gerne unten ab! 11.-13.9.2026 Singen und Trauma in Hofgeismar 30.10.-1.11.2026 Singen als Dialog in Hofgeismar
10/11.10.2026 Melodien, Mantren ande connected hearts in Ulm
Stadtretreats 2026 in Berlin 28/29.3.2026 Melodien, Mantren and connected hearts (mit Katja und Micha Böhm)
14/15.11.2026 vom Juchtzen und Jodeln, rewild your singing (mit Doro Heckelsmüller)
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Liebe-r* Reader „Ich glaube, dass fast alle unsere Traurigkeiten Momente der Spannung sind, die wir als Lähmung empfinden, weil wir unsere befremdeten Gefühle nicht mehr leben hören. Weil wir mit dem Fremden, das bei uns eingetreten ist, allein sind, weil uns alles Vertraute und Gewohnte für einen Augenblick fortgenommen ist; weil wir mitten in einem Übergang stehen, wo wir nicht stehen bleiben können.“ (Rilke) Heute Morgen bin ich im Zwielicht aufgewacht, bin in den Tag hineingeglitten, den...
Liebe_r* Reader „Glattes Eis, ein Paradies für den, der gut zu tanzen weiß.“ (Friedrich Nietzsche) Das stimmt wohl. Ganz Berlin sieht man gerade übers Eis tanzen, in anderen Teilen Deutschlands sieht es wohl nicht anders aus (wird aber vielleicht besser gestreut..). Naja, und wenn man ehrlich ist: Wie tanzen fühlt es sich nicht an. Eher wie vorsichtiges rumtasten, schleichen, ausloten, prüfen, hinken, ausweichen, testen, abwägen. Der Winter zwingt einem eine Langsamkeit auf, mit der ich immer...
Liebe_r* Reader Warum staunst Du nicht, warum freust du dich nicht über dich selbst und über all die anderen um dich herum? Ist es dir so selbstverständlich, daß du lebst, daß du Zeit bekommst, um zu singen und zu tanzen? Zeit, um glücklich zu sein? (Phil Bosmans) Ich über mich gerade im Staunen. Es gibt Phasen, da muss ich garnicht so viel üben, da geschieht es von selbst, und dann wieder muss ich mich erinnern- oder eher- die Achtsamkeit entwickeln, die Zeit einräumen, die Augen und Ohren...