Vom Winterschlaf in die Frühjahrsmüdigkeit- und warum es sich lohnt durchzuhalten bis zum echten Frühling


Liebe_r* Reader

Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft.

Unter den Akrobaten und Vögeln:

Mein Bett auf dem Trapez des Gefühls

Wie ein Nest im Wind

Auf der äußersten Spitze des Zweigs.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle

der sanftgescheitelten Schafe die

Im Mondlicht

Wie schimmernde Wolken

Über die feste Erde ziehen.

Ich schließe die Augen und hülle mich ein

in das Vlies der verläßlichen Tiere … (H. Domin)

So fängt ein Gedicht von Hilde Domin über das Finden von Halt an. Was für Worte! Ich finde, sie passen zu dieser Zeit.

Wir versuchen schon den Winter auszutreiben, und der Frühling schickt schon seine ersten Vorboten. Und doch ist so viel Gedult gefragt. Die Müdigkeit steckt uns in den Knochen. Die Vorräte an Licht und Wärme sind erstmal aufgebraucht, wir ahnen, dass wir noch ein bisschen durchhalten müssen bis zur Leichtigkeit. Umso wichtiger, uns in Selbstfürsorge zu üben. Die Welt hält nicht an, sie fordert weiter uns und unsere Person im Handeln. Die Leichtigkeit, die Wärme, die Decken, die Fürsorge fliegen uns nicht zu.

Erinnern wir uns an die Plätze, in denen wir Wärme und Luft und Freies erfahren. Wenden wir uns denen zu, die bereit sind, uns zu geben, und vielleicht schaffen wir es gegenseitig, uns noch ein bisschen durch den Restwinter zu tragen. Arbeiten wir uns nicht ab an der Müdigkeit, sondern lassen einströmen, was uns schon umhüllt; und lassen uns vielleicht tragen von Rhythmen und Klängen, die da sind und etwas Selbstverständliches bieten. Musik kann das, Singen kann das, kann uns einhüllen in das Vlies verläßlicher Tiere, kann uns eine Decke aus zartester Wolle bringen, kann uns das Fliegen und die Leichtigkeit erfahren lassen.

Bis die Rituale kommen, bis noch viel mehr Selbstverständliches wie Geschenke vor der Tür abgelegt werden, bis wir uns in den Frühling trommeln, Feuer anzünden, das Licht kommt, die Vögel uns besingen, die Nächte kurz werden und die Haut aufatmet.

Wir singen

Donnerstags in Schöneberg (live und online)

Für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen 16:30–18:00 Uhr (Fritz- Reuter Strasse 7))

Für alle Interessierten und Klangesfreudigen und Frühlingshungrigen: 18:45–20:00 Uhr (Eberstrasse 59)

Wer den Übergang in den Frühling intensiv mit uns feiern will, den Winter wegtrommeln und die Wärme herbei singen, sei eingeladen zu unserem Stadtretreat Ende März. Es gibt noch wenige Plätze


Nicht müde werden,

sondern dem Wunder

leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten (Hilde Domin)

Lasst uns gemeinsam auf den Frühling warten.

Kordula Voss
Dipl.Musiktherapeutin

2. Vorstand/ Weiterbildung/ Singleitung (singende Krankenhäuser)

Gestalttherapeutin

Yogalehrerin
www.Klang-Hafen.de

info@klang-hafen.de

Kommende Veranstaltungen:

23+24.3.2024 Stadtretreat "feel the Rhythem of your heartbeat" mit Thomas Jüchter zusammen

28+29.9.2024 Stadtretreat "Singen im Wandel" mit Michael und Katja Böhm

Klang-Hafen

Read more from Klang-Hafen
A woman standing on a sidewalk in front of a building

Liebe_r* Reader Der Atem sollte in uns eingehen wie Perlen, dann gibt es keine Stelle, die er nicht erreichen könnte. –Wang Chung-Yü Perlen. Ja, ich möchte Perlen in mir drin haben. Gerne, statt all der Gedanken, die da sonst kursieren. Manchmal klappt es. Eine Freundin schrieb mir gerade, sie wäre auch nach der Wahl eine Woche krank gewesen, und ich dachte spontan: Ach ja, da hätten wir alle eine Woche Pause gebraucht. Einfach so; innehalten, einfach die Belastungen und Prozesse und Dinge,...

Liebe_r* Reader Über Nacht kamen die Wolken und ich habs nicht mal gemerkt. Schon sind am ersten Straßenbaum Die ersten Blätter verfärbt. Ich will immer so viel erleben und verschlafe doch nur die Zeit. Und kaum dass ich einmal nicht müde bin, ist der Sommer schon wieder vorbei. (Element of crime) Mein Lieblingstext dieser netten Berliner Band, deren Text mir im Kopf herumschweift, kaum dass der Herbst kommt. So müde bin ich gar nicht, aber das Gefühl, den Sommer vielleicht nicht ausreichend...

Liebe_r* Reader „Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen.“ – Aristoteles Der Sommer geht vorbei, vielleicht kommst Du gerade aus den Ferien, vielleicht fährst Du noch – in Berlin sind die Kastanien schon der Vorbote des nahenden Herbstes und werden als Erstes braun. Die Natur verändert sich kontinuierlich, und manchmal nimmt man es plötzlich als Sprung wahr. Vielleicht packt Dich auch die leichte Melancholie, dass der Sommer vorbei sein soll. Vielleicht...