Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern


Liebe_r* Reader

„Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen.“ – Aristoteles

Der Sommer geht vorbei, vielleicht kommst Du gerade aus den Ferien, vielleicht fährst Du noch – in Berlin sind die Kastanien schon der Vorbote des nahenden Herbstes und werden als Erstes braun. Die Natur verändert sich kontinuierlich, und manchmal nimmt man es plötzlich als Sprung wahr. Vielleicht packt Dich auch die leichte Melancholie, dass der Sommer vorbei sein soll. Vielleicht erwartest Du den Herbst aber auch mit ein bisschen Erleichterung und dem Gefühl, er passe besser zu Dir.

Die zweite Hälfte des Jahres bricht an, und ich beobachte bei mir und um mich rum, dass 2024 keines dieser Jahre ist, die so vor sich hintröpfeln. Im Gegenteil: Viele Prozesse sind im Gang, die Welt um uns herum scheint sich eh im immer schnelleren Tempo zu drehen. Es scheint mir ein Jahr der großen Veränderungen, Umbrüche, Prozesse.

„Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen.“ – Aristoteles

Ja, aber wie macht man das? Wie setzt man die Segel richtig? Wie behalte ich die Orientierung und den festen Stand auf dem Boot? Und woher weiß ich überhaupt, wo hinsegeln? Ich würde ja die Segel gerne in die richtige Richtung setzen. Was kann mein Kompass sein, was mein Horizont, was mein Helfer und was mein guter Stand?

Dinge, die wir meiner Meinung nach brauchen, im Wandel der Zeit

  • Eine gute Beobachtungsgabe; denn es wandelt sich selten schnell, sondern kontinuierlich. Wir müssen nah an uns dran bleiben, immer wieder uns mitbekommen, die kleinen Dinge wahrnehmen, die gut oder eben nicht mehr gut sind, das Segel nicht rumreißen, sondern kleine Kursänderungen vornehmen, im Vertrauen darauf, dass sie letzten Endes ein neues Ziel einläuten.
  • Einen guten Stand; wir brauchen Erdung und immer wieder die Rückbesinnung auf das, was gerade ist, im Hier und Jetzt, um uns nicht im „war“ und „wird sein“ zu verlieren, in Zukunftsträumen und Ängsten und Vergangenheitsbewältigungen. Wir müssen die Füße auf dem Deck spüren, um die Kraft zu haben, die Segel hochzuziehen.
  • eine Ahnung des Horizontes, der viel weniger in der Zukunft liegt, als wir glauben. Ich sage mit Absicht „eine Ahnung“, weil es vielleicht weniger eine klare Vision ist (die letzten Endes nur aus dem geboren werden kann, was wir eh schon über uns denken), als ein kleines Gefühl, was da noch uns ausmacht und ausmachen könnte und wohin wir zurück und wieder hin könnten.
  • Wir brauchen Segel, das heißt, wir brauchen Handwerkszeug. Und wenn wir keins haben, müssen wir uns überlegen, woher wir es kriegen. Denn ohne Segel können wir keine setzen.
  • Vielleicht brauchen wir eine Bootsfrau, einen Companion. Manchen Trips müssen wir jedoch alleine machen. Aber vielleicht gibt es auch da eine innerliche Stimme, einen innerlichen Freund, eine innerliche gute Macht, die uns zuflüstert: „Jetzt Segel setzen, Du schaffst das schon…“
  • einen Kompass, vielleicht… Wer so ein Ding schon mal in der Hand hatte, weiß, dass das gar nicht so einfach zu bedienen ist… und diese Nadel, die wild in alle Richtungen dreht; bis wir innehalten, bis wir uns erlauben, still zu stehen und Orientierung zu bekommen.


Ich glaube, all das tun wir im Singen. Wir halten still, wir bekommen Orientierung, wir bekommen eine Ahnung des Horizontes. Manchmal bekommen wir Mut, wir spüren uns mit anderen und unsere Kraft alleine und die Richtung, in die wir segeln müssen. Wir spüren den Stand, um dann wieder loszulassen. Wir lassen uns in den Wellen hin und her schaukeln, um dann wieder Kurs aufzunehmen.

Vielleicht seid ihr auch im Wandel und wollt euch singend da durchbegeben?

Ende September konnte ich nochmal Michael und Katja aus Ulm als Singleter nach Berlin locken, nachdem wir schon letztes Jahr ein hinreißendes Seminar mit Ihnen hatten. Die beiden verzaubern einen einfach als Menschen und Singleiter, ich könnte mir niemanden besseren als Kaptain und Bootsmann vorstellen. Unser Seminar am 28./29. „Singen im Wandel der Zeit“ hat noch freie Plätze.

Auch wenn ich im September nicht viel in Berlin bin, laufen alle Singgruppen durch und werden vertreten!

Wie immer freue ich mich auf Euch!

Kordula Voss

Dipl.Musiktherapeutin

Vorstand/ Weiterbildung/ Singleitung (singende Krankenhäuser)

Gestalttherapeutin

Yogalehrerin

www.Klang-Hafen.de info@klang-hafen.de

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