warum der Frühling nicht nur verlieben bedeutet und der Spargel zu früh wächst


Liebe_r Reader

„Im Frühling habe ich 136 verschiedene Wetterlagen innerhalb von 24 Stunden gezählt.“ (Mark Twain)

Der Frühling ist direkt in den Hochsommer übergegangen, von 0 auf 100, von Frostkälte zu Badetemperaturen:

Das macht etwas mit einem. Man freut sich über die Sonne und das Vitamin D. Es ist einem nicht ganz geheuer: Man lässt die Schultern mal wieder sinken, kramt schnell die Sommerklamotten hervor und ist eigentlich immer unpassend angezogen. Der Körper fühlt sich anders an, der Kreislauf ist gefordert, die Schleimhäute haben mit den Frühblühern zu tun, und das Blut scheint dicker in den Adern zu fließen. Ich zumindest weiß noch nicht: Macht es mich jetzt eigentlich träge oder wach, soll ich mich freuen oder beängstigt sein, soll ich den Körper schonen oder mich erst recht aufs Fahrrad schmeißen.

In jedem Falle braucht es Regulation, Ausgleichsleistungen, kühlen, wenn es heiß ist, wärmen, wenn wieder kalt, anpassen, der Natur nacheifern, sich neu einstellen.

Immer mehr habe ich das Gefühl, dass gelungenes Leben eben auch von diesen gelungenen Regulationen abhängt. Und uns das Leben immer mehr davon abverlangt. Wie schnell kann ich mich an neue Umstände, wechselndes Außen und überraschende Ereignisse anpassen? Wie sehr kann ich zum Chameleon werden und statt zu hadern schnell mit anders-als-gedacht umgehen?

Was hilft ist das Innehalten, die Rückbesinnung, die Achtsamkeit – als Voraussetzung zur Modulation, zum Umschalten, zur neuen Farbe.

Fast nirgends gelingt das so mühelos und leicht wie beim Singen; das ist das Ankommen bei einem selbst, das Erspüren, das achtsam-sein. Da ist man zumindest für einen Moment ganz hier und jetzt. Da spüren wir uns selber mit dem, was gerade los ist, und sind ehrlich zu uns selber – so sind wir gerade, nicht "so sollten wir sein". Da erahnen wir, wie wir die Welt gerne hätten, wie wir uns gerne hätten im Zusammenspiel mit anderen – und erspüren vielleicht auch, wo es noch nicht so ist. Da kommt unser Blut in Wallung, unser Atem in Fluss. Wir können modulieren, wann wir mehr Hitze wollen oder wo wir runterkühlen. Da ist es klar: In der Natur gibt es keine Fehler und wir sind Natur.

Reguliert und singt Donnerstag live oder online mit mir; lasst uns Chameleon spielen

Bis bald!

Kordula Voss

Dipl.Musiktherapeutin

2. Vorstand/ Weiterbildung/ Singleitung (singende Krankenhäuser)

Gestalttherapeutin

Yogalehrerin

www.Klang-Hafen.de info@klang-hafen.de

Kommende Veranstaltungen:

Singgruppen Live/Hybrid/Online

jeden Donnerstag 16:30 für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen in der GfbK

jeden Donnerstag 18:45 für alle Singbegeisterten in der Ebersstrasse 59

Wochenendseminare

​28+29.9.2024 Stadtretreat “Singen im Wandel” mit Michael und Katja Böhm


Kordula

Klang-Hafen

Read more from Klang-Hafen
A woman standing on a sidewalk in front of a building

Liebe_r* Reader Der Atem sollte in uns eingehen wie Perlen, dann gibt es keine Stelle, die er nicht erreichen könnte. –Wang Chung-Yü Perlen. Ja, ich möchte Perlen in mir drin haben. Gerne, statt all der Gedanken, die da sonst kursieren. Manchmal klappt es. Eine Freundin schrieb mir gerade, sie wäre auch nach der Wahl eine Woche krank gewesen, und ich dachte spontan: Ach ja, da hätten wir alle eine Woche Pause gebraucht. Einfach so; innehalten, einfach die Belastungen und Prozesse und Dinge,...

Liebe_r* Reader Über Nacht kamen die Wolken und ich habs nicht mal gemerkt. Schon sind am ersten Straßenbaum Die ersten Blätter verfärbt. Ich will immer so viel erleben und verschlafe doch nur die Zeit. Und kaum dass ich einmal nicht müde bin, ist der Sommer schon wieder vorbei. (Element of crime) Mein Lieblingstext dieser netten Berliner Band, deren Text mir im Kopf herumschweift, kaum dass der Herbst kommt. So müde bin ich gar nicht, aber das Gefühl, den Sommer vielleicht nicht ausreichend...

Liebe_r* Reader „Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen.“ – Aristoteles Der Sommer geht vorbei, vielleicht kommst Du gerade aus den Ferien, vielleicht fährst Du noch – in Berlin sind die Kastanien schon der Vorbote des nahenden Herbstes und werden als Erstes braun. Die Natur verändert sich kontinuierlich, und manchmal nimmt man es plötzlich als Sprung wahr. Vielleicht packt Dich auch die leichte Melancholie, dass der Sommer vorbei sein soll. Vielleicht...